Im Dialog zu Privatwaldbesitz

Im Dialog zu neuen Angeboten
für Waldbesitzende – DIANA

Was Kleinprivatwaldbesitzende bewegt – Erkenntnisse aus vier Workshops in Baden-Württemberg

Im März 2026 fanden im Rahmen des Projekts DIANA vier Workshops mit Kleinprivatwaldbesitzenden in Baden-Württemberg statt. Im Mittelpunkt standen persönliche Perspektiven auf den Waldbesitz, wahrgenommene Handlungsspielräume sowie Erfahrungen mit Unterstützungsangeboten. Der Beitrag fasst zentrale Erkenntnisse und Unterschiede zwischen den Workshops zusammen.

Einblicke in die Workshopreihe

Im März 2026 fanden in den Landkreisen Neckar-Odenwald, Waldshut, Ravensburg und Bodenseekreis vier Workshops mit Kleinprivatwaldbesitzenden statt. Ziel war es, ein vertieftes Verständnis für die Perspektiven, Herausforderungen und Bedürfnisse im Waldbesitz zu gewinnen. Die Workshops wurden im Rahmen des Projekts DIANA durchgeführt und in enger Zusammenarbeit mit den unteren Forstbehörden organisiert.

Im Mittelpunkt stand der Austausch zwischen den Teilnehmenden. Gemeinsam wurde betrachtet,

  • wie Waldbesitz im Alltag gestaltet wird,
  • welche Handlungsspielräume bestehen und
  • wie Unterstützungsangebote wahrgenommen werden.

Die Workshops folgten einer gemeinsamen Struktur, setzten jedoch unterschiedliche Schwerpunkte. Diese ergaben sich sowohl aus regionalen Rahmenbedingungen als auch aus den Perspektiven der Teilnehmenden..,

Waldbesitz im Alltag – zwischen Verantwortung und persönlicher Bedeutung

Ein zentraler Ausgangspunkt der Workshops war die Frage, wie Waldbesitz im Alltag erlebt wird. Dabei zeigte sich, dass Waldbesitz weit mehr ist als eine fachliche oder wirtschaftliche Aufgabe. Viele Teilnehmende beschrieben ihren Wald als einen Ort mit persönlicher und emotionaler Bedeutung, geprägt durch familiäre Traditionen, eigene Erfahrungen und die Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass Waldbesitz sehr unterschiedlich in den Alltag eingebunden ist. Während einige intensiv mit ihrem Wald arbeiten, spielt er für andere eher eine punktuelle Rolle. Ein wichtiger Zugang im Workshop war die Arbeit mit mitgebrachten Fotos aus dem eigenen Wald. Diese ermöglichten es, konkrete Situationen sichtbar zu machen und direkt aus der Praxis zu berichten. So wurde deutlich, wie unterschiedlich Waldbesitz erlebt wird: von Pflege und Nutzung über den Umgang mit Veränderungen im Bestand bis hin zu Erholung und persönlicher Bedeutung.

Handlungsspielraum – zwischen eigenen Entscheidungen und äußeren Einflüssen

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, welche Handlungsspielräume Waldbesitzende wahrnehmen. Dabei wurde deutlich, dass der Handlungsspielraum nicht eindeutig abgegrenzt ist, sondern sich im Zusammenspiel von eigenen Entscheidungen, Einflussmöglichkeiten und äußeren Rahmenbedingungen bewegt. Während einige Teilnehmende ihre Möglichkeiten aktiv gestalten, erleben andere ihren Handlungsspielraum stärker als begrenzt, insbesondere durch Faktoren wie Klimawandel, Schadereignisse, Marktbedingungen, gesetzliche Vorgaben sowie persönliche Umstände, Kapazitäten und Kompetenzen. Gleichzeitig zeigte sich, dass Handlungsspielräume nicht statisch sind, sondern sich je nach Erfahrung, Wissen und Unterstützung verändern können.

Unterstützungsangebote – relevant, aber nicht immer leicht zugänglich

Die Diskussionen zu Unterstützungsangeboten machten deutlich, dass diese grundsätzlich als wichtig eingeschätzt werden. Gleichzeitig hängt ihre Nutzung stark davon ab, wie verständlich, erreichbar und praxisnah sie im Alltag gestaltet sind.

Besonders geschätzt werden:

  • persönliche Beratung und direkte Ansprechpersonen
  • Austausch mit anderen Waldbesitzenden
  • praxisnahe Informationsangebote

Herausforderungen bestehen vor allem in:

  • bürokratischen Hürden
  • unübersichtlichen Strukturen
  • unklaren Zuständigkeiten

Die Ergebnisse zeigen, dass nicht nur das Angebot selbst entscheidend ist, sondern vor allem, wie gut es an die konkreten Situationen von Waldbesitzenden anschließt.

Unterschiede zwischen den Workshops

Die vier Workshops zeigen sowohl gemeinsame Themen als auch deutliche Unterschiede in Perspektiven und Schwerpunkten. Diese stehen häufig im Zusammenhang mit regionalen Strukturen, der Rolle forstlicher Zusammenschlüsse und den jeweiligen inhaltlichen Fokussen. Gleichzeitig werden über alle Workshops hinweg zentrale Gemeinsamkeiten sichtbar:

  • hohe Bedeutung von Austausch und Vernetzung
  • Wunsch nach praxisnaher Unterstützung
  • Herausforderungen durch Bürokratie und Komplexität
  • starke Rolle von persönlicher Verantwortung und Motivation

Ein Workshop im Bodenseekreis legte einen besonderen Schwerpunkt auf die Weitergabe von Waldbesitz an die nächste Generation. Dabei wurden zentrale Aspekte deutlich:

  • Weitergabe ist nicht nur organisatorisch, sondern auch emotional und wertebezogen geprägt
  • Wunsch nach Kontinuität, Freude am Wald und verantwortungsvoller Weiterführung
  • Herausforderungen durch Bürokratie, wirtschaftliche Unsicherheiten und veränderte Rahmenbedingungen
  • Austausch zwischen Generationen als wichtiger Faktor für Lernen und Entwicklung

Dieser Fokus verdeutlicht die zentrale Bedeutung von Generationenübergängen für die Zukunft des Waldbesitzes.

Was aus den Workshops mitgenommen wurde

Der Austausch mit anderen Waldbesitzenden wurde in allen Workshops als besonders wertvoll erlebt. Dabei wurde deutlich, dass viele ähnliche Herausforderungen bestehen, auch wenn die individuellen Situationen unterschiedlich sind. Gleichzeitig haben die Workshops dazu beigetragen neue Perspektiven zu gewinnen, die eigene Rolle bewusster wahrzunehmen und Motivation für den Umgang mit dem eigenen Wald zu stärken.

Ein Blick nach vorn

Zum Abschluss der Workshops formulierten die Teilnehmenden ihre Wünsche für die Zukunft des Waldbesitzes. Im Mittelpunkt stand dabei der Wunsch nach einem gesunden, stabilen und langfristig erhaltenen Wald, der auch kommenden Generationen erhalten bleibt. Ebenso wichtig waren vielen Teilnehmenden gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen, weniger bürokratische Hürden sowie verlässliche Beratung und Unterstützung.

Die Ergebnisse der Workshops liefern wertvolle Einblicke in die Lebensrealitäten, Perspektiven und Bedürfnisse von Kleinprivatwaldbesitzenden in Baden-Württemberg. Sie bilden eine wichtige Grundlage, um Unterstützungsangebote zukünftig zielgerichteter und praxisnäher weiterzuentwickeln.

Danke für die Beteiligung

Ein herzlicher Dank gilt allen Teilnehmenden für ihre Offenheit, ihr Engagement und die vielfältigen Einblicke in ihre Erfahrungen rund um den Kleinprivatwaldbesitz. Ebenso danken wir den beteiligten unteren Forstbehörden für die engagierte Unterstützung bei Planung, Organisation und Durchführung der Workshops.

Materialien zur Workshopreihe

Die hier dargestellten Ergebnisse geben einen Überblick über zentrale Erkenntnisse aus den Workshops. Weiterführende Einblicke sowie ergänzende Materialien stehen hier zur Verfügung:

Infoblatt aus den vier Workshops

Foto von fietzfotos

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